" Wenn du die Absicht hast,
dich zu erneuern,
tu es jeden Tag."
( Konfuzius )
Markt und Straßen stehn verlassen,
still erleuchtet jedes Haus.
Sinnend geh ich durch die Gassen,
alles sieht so festlich aus.
An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt;
tausend Kindlein stehn und schauen,
sind so wunderstill beglückt.
Und ich wandre aus den Mauern
bis hinaus ins freie Feld,
hehres Glänzen, heil'ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!
Sterne hoch die Kreise schlingen;
aus des Schnees Einsamkeit
steigt's wie wunderbares Singen.-
O du gnadenreiche Zeit!
(Joseph von Eichendorff)
Blind-Sein und Nicht-Sehen können das ist schlimm,
doch auch mit gesunden Augen sieht man oft nicht hin.
Komm, bedecke deine Augen, langsam, sacht.
Immer dunkler wird es dann, fast wie in der Nacht.
Taste dich mit Füßen vorwärts, Schritt für Schritt,
o, wie mühsam ist das Laufen dann bei jedem Tritt.
Öffne deine Augen wieder, schau umher!
Menschen, Blumen, Bäume, Himmel freuen uns so sehr.
Mancher lacht dich fröhlich an, schaut dir ins Gesicht,
mancher ist so traurig heut', lachen kann er nicht.
Jesus einst den Blinden heilte, der war froh.
Weck' auch meine Augen auf, hilf mir ebenso.
Gib' uns off'ne Augen, Herr, hilf zum rechten Seh'n,
daß wir nicht mit müden Augen durch das Leben geh'n.
(Werkstattseminar von Westfälischen und Hamburger Erziehern; Text: Wolfgang Longardt)
*edit*
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