Mittwoch, 16. Februar 2011

Lieblingsstücke

Wahrscheinlich kennt das jeder von uns oder war schon in einer ähnlichen Situation: Das Stifteglas auf dem Schreibtisch quillt über von allerlei Stiftsorten und man hat die Qual der Wahl, wenn man dringend ein Schreibzeug benötigt.
Doch heute - oh, neiiin - streikte plötzlich mein so heiß geliebter Kuli! Er hatte nach endloser Funktionstüchtigkeit seinen Geist aufgegeben. Schade, Mist, was fürn Ärger! Es ließ sich aber auch nicht das kleinste Fitzelchen Farbe aus ihm raus quetschen. Einfach Finito!
Als ich ihn mir jetzt genauer betrachtete und schon mit dem Gedanken spielte, ihn weg zu werfen, las ich dort einen Spruch:
 
" Nimm die Welt so, wie sie ist,
aber lass sie nicht so!"
                                         (nach
I. Silone)
 

Ich wusste ja immer, das war und ist mein Lieblingsstück! Geich morgen bekommt er ein neues Leben eingehaucht.
Mein Ärger ist irgendwie verflogen und schon bald wird mein Kuli mir wieder gute Dienste leisten.

Montag, 3. Januar 2011

Der Handschuh.

 
Erzählung.

Vor seinem Löwengarten,
Das Kampfspiel zu erwarten,
Saß König Franz,
Und um ihn die Großen der Krone,
Und rings auf hohem Balkone
Die Damen in schönem Kranz.

Und wie er winkt mit dem Finger,
Aufthut sich der weite Zwinger,
Und hinein mit bedächtigem Schritt
Ein Löwe tritt,
Und sieht sich stumm
Rings um,
Mit langem Gähnen,
Und schüttelt die Mähnen,
Und streckt die Glieder,
Und legt sich nieder.

Und der König winkt wieder,
Da öffnet sich behend
Ein zweites Thor,
Daraus rennt
Mit wildem Sprunge
Ein Tiger hervor,
Wie der den Löwen erschaut
Brüllt er laut,
Schlägt mit dem Schweif
Einen furchtbaren Reif,
Und recket die Zunge,
Und im Kreise scheu
Umgeht er den Leu
Grimmig schnurrend,
Drauf streckt er sich murrend
Zur Seite nieder.

Und der König winkt wieder,
Da speit das doppelt geöffnete Haus
Zwey Leoparden auf einmal aus,
Die stürzen mit muthiger Kampfbegier
Auf das Tigerthier,
Das pakt sie mit seinen grimmigen Tatzen,
Und der Leu mit Gebrüll
Richtet sich auf, da wirds still,
Und herum im Kreis,
Von Mordsucht heiß,
Lagern sich die greulichen Katzen.

Da fällt von des Altans Rand
Ein Handschuh von schöner Hand
Zwischen den Tiger und den Leu’n
Mitten hinein.
Und zu Ritter Delorges spottender Weis’
Wendet sich Fräulein Kunigund:
„Herr Ritter ist eure Lieb so heiß
Wie ihr mirs schwört zu jeder Stund,
Ey so hebt mir den Handschuh auf“
.

Und der Ritter in schnellem Lauf
Steigt hinab in den furchtbarn Zwinger
Mit festem Schritte,
Und aus der Ungeheuer Mitte
Nimmt er den Handschuh mit keckem Finger.
Und mit Erstaunen und mit Grauen
Sehens die Ritter und Edelfrauen,
Und gelassen bringt er den Handschuh zurück,
Da schallt ihm sein Lob aus jedem Munde,
Aber mit zärtlichem Liebesblick –
Er verheißt ihm sein nahes Glück –
Empfängt ihn Fräulein Kunigunde.
Und der Ritter sich tief verbeugend, spricht:

"Den Dank, Dame, begehr ich nicht",
Und verläßt sie zur selben Stunde.

( Friedrich v. Schiller )


" Oh, ja, bei Schiller müssen sich die Damen warm anziehen und das finde ich auch ganz richtig und gut so!"

Samstag, 1. Januar 2011

Wünsche zum Neuen Jahr

Ein bisschen mehr Friede und weniger Streit,
ein bisschen mehr Güte und weniger Neid,
ein bisschen mehr Liebe und weniger Hass,
ein bisschen mehr Wahrheit - das wäre was.

Statt so viel Unrast ein bisschen mehr Ruh`,
statt immer nur Ich ein bisschen mehr Du,
statt Angst und Hemmung ein bisschen mehr Mut
und Kraft zum Handeln - das wäre gut.

Im Trübsal und Dunkel ein bisschen mehr Licht,
kein quälend Verlangen, ein bisschen Verzicht
und viel mehr Blumen, solange es geht,
und nicht erst an Gräbern - da blüh*n sie zu spät.

Ziel sei der Friede des Herzens.
Besseres weiß ich nicht.

( Peter Rosegger )

" Ich auch nicht!"

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